Der Aufschwung kommt - aber gemächlich
Vor zwei Jahren in Davos wurde der Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini noch belächelt, als er finstere Zeiten für die Finanzwelt voraussagte. Doch jetzt hören ihm alle zu. (23.04.2009)
Große Banken lassen sich in dieser Krise wöchentlich Prognosen von ihm erstellen. Jetzt ist er als Star aus der Finanzkrise hervorgegangen, und alle hängen an seinen Lippen. Doch was daraus zu vernehmen ist, ist nicht durchweg positiv: "Eine globale Rezession für das ganze Jahr 2009 und auch 2010 und 2011 wird sich das Wachstum nur wenig erholen."
Doch im Verlauf der Krise ist schon einiges geschehen und es zeichnen sich erste Lichtblicke ab, so Roubini in einem Interview mit Steve Forbes. Ein Indikator dafür sei das wieder anziehende US-Wirtschaftswachstum, das zum Ende des vierten Quartals 2009 und des ersten Quartals 2010 deutlich höher ausfallen wird als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Doch dürfen wir noch nicht zu früh in Euphorie verfallen. Bis sich eine nachhaltige Erholung an den Finanzmärkten abzeichnet, wird noch einige Zeit vergehen.
Mittel- bis langfristig gibt sich Roubini allerdings optimistisch, dass sich die globale Wirtschaft wieder erholt und Aktien und andere Assetklassen wieder outperformen. Auch wenn man den richtigen Zeitpunkt respektive den Start einer neuen Bullen-Ralley verpassen sollte, so ist es besser später einzusteigen und einen Teil des Gewinnes zu verpassen als den Aufschwung völlig zu verpassen.
Die Quintessenz seiner Aussagen lautet: Die Erholung der Märkte wird kommen, wenn dies auch noch eine zeitlang dauern wird. Zunächst gilt es die Krise in den Griff zu bekommen, dann die Banken und im Abschluss müsse man darüber nachdenken, wie man ein neues Geldsystem gestalten kann, so Roubini.
Quelle: Fonds professionell, 23.04.2009



